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Von Vorurteilen zur Norm: Lehren aus der Geschichte und die Gefahr des Wiederholens

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Die Entstehung von Vorurteilen als Norm im Faschismus war ein gezielt orchestrierter Prozess, der eine Grundlage für systematische Ausgrenzung, Unterdrückung und letztlich Massenvernichtung schuf. In der NS-Zeit wurden bestimmte Menschengruppen – insbesondere Juden, Sinti und Roma , Homosexuelle , Menschen mit Behinderungen und politische Gegner – durch eine systematische Propaganda- und Indoktrinationskampagne als „gefährlich“, „minderwertig“ oder „unrein“ dargestellt. Diese Vorurteile wurden schrittweise zur gesellschaftlichen Norm, indem sie in Medien, Schulbüchern, Gesetzen (wie den Nürnberger Gesetzen) und im öffentlichen Diskurs verankert wurden. Wie Vorurteile zur Norm wurden Adolf Hitler und die NSDAP nutzten die wirtschaftliche und soziale Unsicherheit nach dem Ersten Weltkrieg, um den Hass gegen Minderheiten zu schüren. Sie machten diese Gruppen für die Misere verantwortlich und boten die vermeintliche „Reinheit der arischen Rasse“ als Lösung an. Über gezielte Propaganda, ...

Mein Leben mit dem Asperger-Syndrom und die gesammelten Erfahrungen

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Das Leben mit dem Asperger-Syndrom ist für mich eine tägliche Reise durch Herausforderungen, Entdeckungen und persönliche Entwicklungen. Das Syndrom, eine Form von Autismus , beeinflusst viele Aspekte meines Lebens – meine Wahrnehmung, meine zwischenmenschlichen Beziehungen , meine Interessen und meinen Alltag. Doch gerade diese Einflüsse haben mich auch geprägt und meine Sicht auf die Welt auf eine besondere Art und Weise bereichert. Mein Alltag mit Asperger Das Asperger-Syndrom zeigt sich bei mir vor allem in einer intensiven Wahrnehmung von Details, einer klaren Strukturierung meines Lebens und einem Bedürfnis nach Routinen . Diese Eigenschaften sind Fluch und Segen zugleich: Sie geben mir Stabilität und Sicherheit, können aber auch dazu führen, dass ich mich schnell überfordert fühle, wenn unerwartete Veränderungen auftreten. Ich habe gelernt, Strategien zu entwickeln, um solche Situationen besser zu bewältigen, sei es durch sorgfältige Planung oder gezielte Pausen. Soziale He...

Den Overload früh erkennen und besser mit Stress umgehen

Manchmal fühlt sich der Alltag an wie ein Jonglierakt mit zu vielen Bällen: Geräusche, Licht, Gespräche, Termine, Erwartungen. Für autistische Menschen kann das schnell zu viel werden – und irgendwann kommt der Punkt, an dem nichts mehr geht: ein Overload . Früher habe ich diesen Punkt oft erst bemerkt, wenn es schon zu spät war. Heute habe ich ein einfaches Werkzeug, das mir hilft, rechtzeitig zu erkennen, wann ich eine Pause brauche: meine innere Skala von 1 bis 10 . Was ist die innere Skala? Ich stelle mir eine Skala vor, auf der 1 bedeutet: Ich bin ruhig, klar und energiegeladen. Und 10 bedeutet: Ich bin völlig überfordert, mein System ist überreizt, und ich brauche dringend Rückzug.  Zwischen diesen beiden Punkten liegt viel Raum – und genau da passiert der Alltag.  Das Ziel ist, frühzeitig zu merken, wenn meine Zahl steigt, bevor ich an meine Grenze komme. Wie ich die Skala im Alltag nutze Ich halte mehrmals am Tag kurz inne und frage mich: 👉 Wo stehe ich gerade auf me...

Asperger-Syndrom: Wie mit Wetterbedingter Niedergeschlagenheit umgehen?

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  Wenn der Himmel seit Tagen grau bleibt, die Sonne sich kaum blicken lässt und die feuchte Kälte in die Knochen kriecht, leiden viele Menschen unter einer gedrückten Stimmung. Doch für Menschen mit Asperger-Syndrom – insbesondere im gesetzten Alter – können diese trüben Tage eine besondere Herausforderung sein. Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit, Gliederschmerzen und allgemeines Unwohlsein kommen oft in Kombination mit den ohnehin bestehenden sensorischen Belastungen. Doch was kann man dagegen tun? Warum belastet das Wetter so sehr? Menschen mit Asperger-Syndrom haben oft eine hohe Sensibilität für Umweltreize, was auch Wetterveränderungen einschließt. Niedriger Luftdruck, hohe Luftfeuchtigkeit oder eine andauernde Dunkelheit können sowohl körperlich als auch psychisch belasten. Zusätzlich verstärkt die mangelnde Sonne den Mangel an Vitamin D, was ebenfalls zur Müdigkeit und gedrückten Stimmung beiträgt. Strategien gegen trübe Tage 1. Licht als Schlüssel  Tageslichtmangel is...

Der Shutdown - eine Geschichte

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  Stell dir vor, Paul ist ein ganz normaler Typ, der super klarkommt, solange alles nach Plan läuft. Er ist zuverlässig, ehrlich und gibt immer sein Bestes. Aber Paul ist Asperger-Autist , und das bedeutet, dass er bestimmte Dinge anders verarbeitet. Eines Tages wird Paul zu einem Geburtstag eingeladen. Eigentlich mag er Geburtstage nicht besonders, aber er will niemanden enttäuschen, also geht er hin. Schon beim Reinkommen wird er von der Geräuschkulisse erschlagen. Menschen lachen, reden durcheinander, überall läuft Musik, und dazu schreien ein paar Kinder quer durch den Raum. Paul atmet tief durch und denkt: „Okay, ich schaffe das.“ Er geht zum Buffet, aber da stehen zehn verschiedene Salate, die alle so ähnlich aussehen, dass er nicht weiß, was er nehmen soll.  Hinter ihm bildet sich eine Schlange, und jemand sagt: „Mach mal schneller!“ Pauls Gehirn fängt an zu rattern, aber keine Lösung erscheint. Also greift er einfach irgendwas, was ihm aber nicht wirklich schmeckt. D...

Warum wählen Menschen gegen ihre eigenen Interessen?

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Als Asperger-Autist, der Logik und Muster liebt, ist es schwer zu verstehen, warum Menschen sich so oft selbst ins Bein schießen. Es gibt drängende Probleme wie Klimakrise, soziale Ungerechtigkeit oder Existenzängste – und trotzdem werden Parteien gewählt, die all das verschlimmern. Warum? Ganz einfach: Emotionen schlagen Logik. Da kommt jemand und sagt: „Früher war alles besser!“, und plötzlich ist das brennende Haus weniger schlimm, weil die Tapete so nostalgisch wirkt. Populisten verstehen das perfekt. Sie bieten einfache Lösungen für komplexe Probleme: „Migranten sind schuld!“ Zack, Problem „gelöst“. Keine Fakten, keine Zusammenhänge, einfach nur eine knackige Schuldzuweisung. Komplexere Themen wie Klimaschutz oder soziale Gerechtigkeit? Viel zu anstrengend, da müsste man ja nachdenken. Und Veränderung? Um Himmels willen! Lieber halten sich viele an das kaputte System, als etwas Neues zu wagen. Besser die alte, durchgesessene Couch als der neue Stuhl, der unbequem wirken könnte. Ei...